Die Homöopathie

Es gibt immer noch viele Klischees über die Homöopathie. Falsche Vorstellungen, die häufig Ergebnis einer mangelnder Kenntnis der Tatsachen und des Stellenwerts der Homöopathie in der Medizin sind. Dazu gehört, dass die Homöopathie die Pflanzenheilkunde sei, dass sich homöopathische Arzneimittel nur für Kinder eignen würden, dass die Homöopathie lange brauche, bis sie wirke, und dass die Homöopathie nur von spezialisierten homöopathischen Fachärzten verschrieben werden könne. Was ist richtig und was ist falsch?

«Die Homöopathie ist doch die Pflanzenheilkunde?»

FALSCHUNDRICHTIG

Die Homöopathie wird oft mit der Phytotherapie verwechselt, welche die therapeutischen Eigenschaften von Pflanzen nutzt.
Neben Pflanzen werden aber in der Homöopathie auch Substanzen tierischen Ursprungs (z. B. Schlangengift, Bienen, Sepia-Tinte, Austernkalk) sowie mineralischen oder chemischen Ursprungs (z. B. Graphit, Schwefel, Merkur) genutzt.
Im Gegensatz zur Phytotherapie wird jedoch in der Homöopathie die Grundsubstanz (tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs) verdünnt und dann in kleinsten Dosen genutzt. Daher stammt auch der Ausdruck «in homöopathischen Dosen».

«Es dürfen doch nur Homöopathen homöopathische Arzneimittel verschreiben?»

FALSCH

Homöopathen sind Ärzte, die sich nach ihrem Medizinstudium für eine Spezialausbildung in Homöopathie entschieden haben.

Heutzutage haben neben den Fachärzten für Homöopathie viele Ärzte – Allgemeinpraktiker, Kinderärzte, Gynäkologen, Chirurgen oder Zahnärzte – begonnen, in ihren Praxen homöopathische Arzneimittel zu verschreiben, um damit ihre Patienten zu behandeln.

Darüber hinaus spielen Apotheker und Drogisten bei der homöopathischen Beratung eine wichtige Rolle.

«Man weiss doch gar nicht, wie die Homöopathie funktioniert?»

RICHTIG

Es werden weltweit Studien durchgeführt, um die Wirkung hoher Verdünnungen besser zu verstehen, ohne dass es bisher gelungen ist, den Wirkungsmechanismus zu erklären. Bis es soweit ist, werden wir uns wohl noch gedulden müssen, so wie es auch lange gedauert hat, bis wir die Wirkung von Aspirin (1971) und Penizillin (Ende des 20. Jahrhunderts) verstanden haben. Dass ein Wirkungsmechanismus nicht bekannt ist, heisst jedoch noch lange nicht, dass Ärzte, Apotheker und Drogisten nicht feststellen können, dass die Homöopathie sich positiv auf die Gesundheit der Patienten auswirkt.

«Die Homöopathie wird doch in medizinischen Studien erforscht?»

RICHTIG

Die Homöopathie ist das Resultat von Forschung. Um die Wirkung seiner Mittel zu perfektionieren und sie zu verstehen, führte Dr. Samuel Hahnemann Experimente an sich selbst, seinen Nächsten sowie seinen Patienten durch.

Darüber hinaus wurde in klinischen Studien die Wirkung homöopathischer Arzneimittel auf zahlreiche Erkrankungen nachgewiesen. Das ist beispielsweise der Fall beim Team von Prof. Berrebi aus Toulouse (F), der die schmerzstillende Wirkung homöopathischer Arzneimittel beim Milcheinschuss nach der Entbindung nachgewiesen hat.

Die Homöopathie war bereits Gegenstand von über 5'000 Studien, die von den Gesundheitsfachpersonen auf der Webseite von Pubmed, der wichtigsten wissenschaftlichen Suchmaschine der Welt, konsultiert werden können.

«Bei homöopathischen Arzneimitteln muss man doch lange warten, bis sie wirken?»

FALSCHUNDRICHTIG

Einer der grossen Vorteile der Homöopathie ist, dass sie bei akuten (unvermittelt und gelegentlich auftretenden) Erkrankungen wie auch bei chronischen (regelmässig auftretenden) Erkrankungen verschrieben werden kann

Bei akuten Beschwerden verschreibt der Arzt eine homöopathische Behandlung, die über eine kurze Zeitspanne (wenige Stunden oder Tage) eingenommen wird, damit die Symptome rasch zum Abklingen gebracht werden können.

Bei chronischen Erkrankungen verschreibt der Arzt homöopathische Arzneimittel, die über einen längeren Zeitraum (mehrere Wochen) eingenommen werden, um die Intensität und Häufigkeit der Episoden des Patienten zu reduzieren. Das ist beispielsweise der Fall bei Heuschnupfen, chronischer Sinusitis, Ekzemen oder Herpes.

«Homöopathie, das sind doch Medikamente?»

RICHTIG

Bei der Homöopathie geht es darum, ein homöopathisches Arzneimittel auszuwählen, um damit eine Erkrankung oder ein Symptom zu behandeln.

Ausserdem bedürfen die Arzneimittel von Boiron einer Genehmigung durch die Gesundheitsbehörden. Dieser Status eines Medikaments garantiert Gesundheitsfachpersonen wie auch Patienten die Zuverlässigkeit des von ihnen genutzten Produkts, das Normen, pharmazeutischen Kontrollen sowie einer Zertifizierung unterworfen ist.

Wie bei jedem anderen Medikament auch spielt die Gesundheitsfachperson eine wichtige Rolle bei der richtigen Verwendung des homöopathischen Arzneimittels. Konsultieren Sie deshalb eine Gesundheitsfachperson.

«Bei homöopathischen Arzneimitteln ist doch die Dosis für Erwachsene und Kinder dieselbe?»

RICHTIG

Homöopathische Arzneimittel können je nach Patient auf unterschiedliche Art und Weise verschrieben werden. Sie werden an den Patienten, sein Profil, seine Anamnese oder die Symptome, die er manifestiert, angepasst. Zwei verschiedene Patienten können somit unterschiedlich behandelt werden.

Abgesehen davon ist die Menge an Globuli, die eingenommen wird, immer dieselbe, ungeachtet des Gewichts oder Alters, oder ob es sich um einen Erwachsenen, ein Kind oder ein Tier handelt.

«Homöopathische Globuli darf man doch nicht mit den Fingern berühren?»

FALSCH

Die Qualität oder die erwartete Wirkung wird in keiner Weise davon beeinflusst, ob man die Globuli mit den Fingern berührt oder nicht.

Allerdings ist es aus Hygienegründen (viele Erkrankungen werden durch Berührung mit den Händen übertragen) besser, den Globuli-Zähler zu verwenden, der die Einnahme der Globuli erleichtert und eine Berührung nicht erforderlich macht.

«Pfefferminze und Kaffee sind doch inkompatibel mit homöopathischen Arzneimitteln?»

FALSCH

Es ist empfehlenswert, sicherzustellen, dass der Mund leer und sauber ist, bevor man homöopathische Arzneimittel einnimmt und Abstände einzuhalten zwischen der Einnahme der Globuli und Mahlzeiten.

Allerdings haben Pfefferminze oder Kaffee, wenn sie nicht gleichzeitig oder kurz vor oder nach der Einnahme des Mittels konsumiert werden, keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des verschriebenen homöopathischen Arzneimittels.